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Fachlexikon Bauingenieurwesen – Begriffe erklärt

Übersicht: 50 wichtige Fachbegriffe (alphabetisch mit Direktlinks)

Windlast

Windlasten resultieren aus den Druck- und Sogkräften, die Wind auf Gebäude und Konstruktionen ausübt. Sie belasten Fassaden, Dächer und tragende Elemente erheblich. Die Intensität hängt von der Windregion, der Bauwerkshöhe, der Umgebungstopografie und der Form ab. Hohe oder freistehende Strukturen sind besonders betroffen. Eine präzise Einberechnung der Windlasten ist unerlässlich, um Stabilität und Langlebigkeit zu gewährleisten.

VDI 6200

Die VDI 6200 ist eine Richtlinie zur strukturierten Einschätzung der Standsicherheit bei älteren Bauwerken. Sie liefert ein systematischen Ansatz zur Risikobewertung und hilft zu entscheiden, ob detaillierte Untersuchungen oder Maßnahmen nötig sind. Besonders bei Bestandsobjekten unterstützt sie die frühzeitige Identifikation von Gefahren und steigert die Gesamtsicherheit.

Verkehrssicherheit

Verkehrssicherheit bedeutet, dass ein Bauwerk für Personen, Fahrzeuge und Maschinen gefahrlos nutzbar ist. Sie umfasst Schutz vor Abstürzen, herabfallenden Teilen, rutschigen Flächen oder unsicheren Wegen. Im Gegensatz zur reinen Standsicherheit geht es hier um den praktischen Betrieb und die Vermeidung von Unfallrisiken.

U-Wert

Der U-Wert misst den Wärmedurchgang durch ein Bauelement in W/(m²·K). Niedrige Werte stehen für gute Dämmleistung. Er wird für Wände, Dächer, Fenster und Böden separat ermittelt und ist entscheidend für den energetischen Standard eines Gebäudes.

Tragwerk

Das Tragwerk ist das gesamte konstruktive Gerüst eines Bauwerks, das alle Kräfte aufnimmt und sicher in den Untergrund ableitet. Es besteht aus Elementen wie Trägern, Stützen, Platten und Wänden. Sein Aufbau bestimmt nicht nur die Sicherheit, sondern auch Kosten, Flexibilität und gestalterische Freiheiten.

Tauwasser

Tauwasser bildet sich, wenn feuchtwarme Luft auf kühle Flächen trifft und kondensiert. Dies kann innen, außen oder im Bauteilquerschnitt geschehen. Unkontrollierte Kondensation führt zu Feuchteschäden, Schimmel und Materialzerstörung. Durch richtige Dämmung, Dampfsperren und Belüftung lässt sich das Risiko minimieren.

Standsicherheit

Standsicherheit ist die Fähigkeit einer Konstruktion, allen Belastungen standzuhalten, ohne einzustürzen. Der Nachweis berücksichtigt Kräfte, Materialeigenschaften und Sicherheitsfaktoren. Sie bildet die Grundvoraussetzung für jede bauliche Anlage.

Stahlbeton

Stahlbeton kombiniert die hohe Drucktragfähigkeit von Beton mit der Zugfestigkeit von Stahlarmierung. Dadurch entstehen vielseitige, robuste und kostengünstige Bauteile. Der Beton schützt den Stahl vor Rost, während der Stahl Zugkräfte übernimmt.

Schneelast

Schneelasten wirken als veränderliche Belastung auf Dachflächen. Ihre Höhe variiert je nach Region, Höhenlage, Dachgeometrie und Neigung. Normen definieren Zonen und Werte, um Überlastungen und mögliche Einstürze zu verhindern.

Schallschutz

Schallschutz schirmt vor störendem oder gesundheitsschädlichem Lärm ab. Er unterscheidet Luft-, Trittschall und Körperschall und erfordert abgestimmte Konstruktionen, Materialien und Ausführung für Innen- und Außenlärm.

Schalldämmung

Schalldämmung reduziert die Schallübertragung zwischen Räumen. Sie hängt von Masse, Schichtaufbau und Dichtigkeit ab. Gute Werte verbessern den Komfort in Wohn- und Arbeitsräumen erheblich.

Rissbreite

Die Rissbreite gibt die Öffnung von Rissen in Betonbauteilen an. Sie wird begrenzt, um Korrosion der Armierung und Feuchteeintritte zu vermeiden. Risse entstehen durch Zug, Temperatur oder Schwinden und müssen kontextbezogen bewertet werden.

Prüffähigkeit

Prüffähigkeit bedeutet, dass Berechnungen und Pläne vollständig, strukturiert und nachvollziehbar sind. Sie ist Voraussetzung für die Überprüfung durch Sachverständige oder Behörden und verhindert Verzögerungen im Genehmigungsverfahren.

Primärenergiebedarf

Der Primärenergiebedarf umfasst die gesamte Energie von der Gewinnung bis zum Verbrauch im Gebäude. Er bewertet Energieträger mit Faktoren und gibt ein realistisches Bild der Umweltbelastung.

Nutzlast

Nutzlasten sind variable Kräfte aus der Gebäudenutzung, wie Personen, Einrichtung oder Maschinen. Sie werden normativ je nach Nutzungsart festgelegt und beeinflussen maßgeblich die Dimensionierung von Böden und Trägern.

Nachweisberechtigung

Nachweisberechtigung ist die offizielle Zulassung qualifizierter Ingenieure, Standsicherheits- oder Schallschutznachweise selbstständig zu erstellen. Sie basiert auf Erfahrung und Fachwissen und sichert hohe Planungsqualität.

Lebenszyklusanalyse

Die Lebenszyklusanalyse bewertet ein Bauwerk von der Herstellung über Nutzung und Wartung bis zum Abriss. Sie berücksichtigt Kosten, Energie und Umweltauswirkungen und unterstützt nachhaltige Entscheidungen.

Lastkombination

Lastkombinationen fassen verschiedene Belastungen realistisch zusammen. Normen regeln, welche Kräfte gleichzeitig angesetzt werden, und integrieren Sicherheitsfaktoren für zuverlässige Bemessung.

Konstruktionsdetail

Konstruktionsdetails regeln Anschlüsse und Übergänge. Sie gewährleisten Tragfähigkeit, Dichtigkeit und bauphysikalische Funktionen. Schlechte Details verursachen häufig Wärmebrücken, Feuchteschäden oder Risse.

Korrosion

Korrosion zerstört Stahl durch chemische Prozesse, besonders in feuchter Umgebung. Sie führt zu Querschnittsverlust und Abplatzungen. Schutz bieten Betonüberdeckung, Beschichtungen und Feuchtemanagement.

Instandhaltung

Instandhaltung umfasst alle Aktivitäten zur Erhaltung der Bauwerksfunktion. Regelmäßige Kontrollen, Wartung und Reparaturen verlängern die Nutzungsdauer und senken Langzeitkosten.

Ingenieurbau

Ingenieurbau realisiert technisch anspruchsvolle Objekte wie Brücken, Tunnel oder Stützmauern. Hier dominieren hohe Anforderungen an Statik, Dauerhaftigkeit und Wartung.

Industriebau

Industriebau plant Hallen und Anlagen mit großen Spannweiten, hohen Lasten und Prozessanforderungen. Flexibilität und Anpassbarkeit an Produktionsveränderungen sind zentral.

Hochbau

Hochbau umfasst Gebäude über Geländeniveau, von Wohnhäusern bis zu Bürotürmen. Technische, gestalterische und nutzungsbezogene Anforderungen müssen harmonisch vereint werden.

Gründung

Die Gründung überträgt Gebäudelasten sicher in den Boden. Flache oder tiefe Varianten werden je nach Bodenbeschaffenheit und Belastung gewählt.

Gebrauchstauglichkeit

Gebrauchstauglichkeit sorgt dafür, dass ein Bauwerk komfortabel und funktional nutzbar bleibt – ohne übermäßige Verformungen, Schwingungen oder Risse.

Finite-Elemente-Methode

Die FEM teilt komplexe Strukturen in kleine Elemente, um Spannungen und Verformungen präzise zu simulieren. Korrekte Modellierung ist entscheidend für verlässliche Ergebnisse.

Feuchteschutz

Feuchteschutz verhindert unkontrollierten Wassereintritt durch Abdichtungen, Dampfsperren und Belüftung. Mängel führen zu Schimmel und Bausubstanzschäden.

Eurocode

Die Eurocodes sind harmonisierte europäische Normen für die Tragwerksplanung. Sie definieren Sicherheitskonzepte und Materialregeln mit nationalen Anpassungen.

Entwässerung

Entwässerung leitet Regen- und Oberflächenwasser gezielt ab. Richtige Gefälle und Abläufe schützen vor Staunässe und Folgeschäden.

Energieeffizienz

Energieeffizienz reduziert den Verbrauch durch optimale Dämmung, Technik und Gebäudeform bei gleichbleibendem Komfort.

Eigenlast

Die Eigenlast umfasst das Gewicht aller festen Bauteile. Sie wirkt ständig und ist Basis jeder statischen Berechnung.

Druckfestigkeit

Druckfestigkeit gibt an, wie viel Druck ein Material erträgt. Bei Beton ist sie eine Kernkenngröße für die Tragfähigkeit.

DIN 1076

DIN 1076 legt Prüfintervalle und -methoden für Verkehrsbauwerke wie Brücken fest, um Sicherheit zu gewährleisten.

Dauerhaftigkeit

Dauerhaftigkeit beschreibt die langfristige Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse, Nutzung und Alterung.

Dampfdiffusion

Dampfdiffusion ist der Feuchtetransport durch Bauteile aufgrund von Dampfdruckunterschieden. Kontrollierte Schichten verhindern Kondensat.

CAD-Konstruktion

CAD ermöglicht digitale Planerstellung und Detailzeichnungen. Präzise Modelle minimieren Fehler auf der Baustelle.

Brandschutz

Brandschutz verhindert Feuerentstehung und -ausbreitung durch bauliche, technische und organisatorische Maßnahmen.

Bewehrung

Bewehrung (Stahl) nimmt Zugkräfte im Beton auf. Korrekte Lage und Überdeckung schützen vor Rost und Sicherheitsverlust.

Beton

Beton ist ein vielseitiger Verbund aus Zement, Zuschlag und Wasser. Seine Eigenschaften hängen stark von Mischung und Verarbeitung ab.

Bemessung

Bemessung legt Querschnitte und Materialmengen fest, um alle Belastungen sicher zu tragen.

Baustatik

Baustatik analysiert Kräfte und Verformungen in Konstruktionen für sichere und effiziente Planung.

Bauwerksprüfung

Bauwerksprüfungen erfassen den Zustand und leiten Erhaltungsmaßnahmen ab.

Bauüberwachung

Bauüberwachung kontrolliert die fachgerechte Umsetzung der Planung vor Ort.

Bauphysik

Bauphysik optimiert Wärme, Feuchte und Schall für komfortable und langlebige Gebäude.

Baugrund

Der Baugrund bestimmt Tragfähigkeit und Gründungsart durch seine Bodeneigenschaften.

Ausschreibung

Die Ausschreibung beschreibt Leistungen präzise für faire Angebote und reibungslose Vergabe.

Anpralllast

Anpralllasten entstehen durch Kollisionen und erfordern spezielle Schutzmaßnahmen.

Anker

Anker leiten Zugkräfte in tragfähige Schichten und benötigen sorgfältigen Korrosionsschutz.

Abplatzung

Abplatzungen lösen Betonschichten ab, oft durch Frost, Feuchte oder Armierungskorrosion. Sie erfordern Ursachenbeseitigung und professionelle Instandsetzung.